Lange Zeit dachte ich, ich wüßte, was gesunde Ernährung ist. Und ein Jahr später wusste ich, dass ich vieles noch nicht wusste. So ging es mir Jahr für Jahr. Jeder Ernährungswissenschaftler wird es bestätigen – wir wissen nicht viel. Jede neue Diät hatte eine neue Philosophie, keine Kohlenhydrate, wenig Fett, viel Eiweiß, nur Milch und Brötchen, Low-Carb, niedriger Glyx-Wert, Fasten, 5x täglich essen, viele kleine Mahlzeiten täglich, nur warm Essen, kein Brot, viel Brot …
Nur, für jede dieser Theorien gibt es immer auch wieder eine Gegentheorie! Zeit sich eine eigene Theorie zu machen. Wenn man all diese Regeln und ihren jeweiligen Hintergrund betrachtet, gibt es ein paar klare Gemeinsamkeiten, die auf einen einfachen gemeinsamen nenner zu bringen sind. Zu viel ist schlimmer als zu wenig, Natur ist besser als Chemie, Fett ist eher schlecht. Betrachte ich mir die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit und die Erkenntnisse vieler schlauer Bücher und Unterhaltungen mit meinem Ernähungsberater, komme ich zu folgenden
Grundregeln:
Alles was man leicht selbst herstellen könnte, zum Beispiel ohne viele Geräte, ohne Chemie, ohne Strom ist gut, die Menge spielt dabei kaum eine Rolle. Alles andere ist schlecht und daher weitgehend zu vermeiden. Je mehr Farben im Spiel sind, desto besser. Je ursprünglicher und frischer, desto besser. Hohe Insulin-Ausschüttungen sind zu vermeiden.
Um das an Beispielen zu Erklären: Pommes Frites könnte ich nicht selbst herstellen – die Kartoffeln sind nicht das Problem, aber ich könnte selbst nicht diese Mengen Öl herstellen, und wenn, wäre es zu kostbar und zu aufwendig. Ich könnte also nicht fritieren. Fische kann ich selber fangen, Rehe, Schweine, Rinder eher selten. Geflügel dagegen relativ einfach. Obst & Gemüse ohne Problem (keine Sorge, dass schmeckt, Sie bereiten es höchstens falsch zu). Zucker kann ich nicht herstellen, Honig & Marmelade könnte man mit etwas Aufwand herstellen (also seltener verwenden), Milch und Joghurt ist kein Problem, Feinmehl oder geschälten Reis könnte ich nicht herstellen. Nudeln machen sehr, sehr viel Arbeit, wenn man sie selbst herstellt. Für Kuchen und Torten brauche ich Zucker, für Eis einen Gefrierschrank. Wasser kann ich immer trinken, Bier, Mangonektar nur mit viel Aufwand, Wein geht gerade noch, Schnapps und Cola sind nahezu unmöglich einfach selbst herzustellen. Nüsse zum selber knacken! Aromastoffe, Konservierungsstoffe (außer Zitronensäure, Essig und Salz), Bonbons …
Eine Aussnahme dieser Regel habe ich bisher eigentlich nicht gefunden. Wenn Sie eine wissen, sagen Sie mir bitte Bescheid.
Was bedeuted das nun konkret? Ich liebe Gummibärchen! Und Cola Light! Man kann regelrecht süchtig werden nach diesem Zeug. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ganz gut ohne auskommen könnte. Ich kann! Ich schlendere durch München, der Duft von gebrannten Mandeln kommt in meine Nase und ich bekomme Hunger! Eine Packung Blaubeeren, Himbeeren oder Kirschen lösen das Problem! Auch hier löse ich das Problem mit dem Spaß-Prinzip, wenn schon kein Eis, dann wenigstens die leckerste Frucht, die zu finden ist.
Heute mache ich einen Obst-Tag. Und ich telefoniere mal mit dem einen oder anderen Sportverein …
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